Konsequenzen des Wünschens
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Konsequenzen des Wünschens

Wer A sagt, ... muss auch den Rest des Alphabets kennen.

In meinem letzten Artikel habe ich über Standortbestimmung und Prioritäten geschrieben. Davon, dass ich zu viele „Pflichten“ und Interessen habe, um sie in 168 Wochenstunden unterzubringen. Abgeschlossen habe ich den Beitrag mit der (großspurigen) Aussage: „Der Rest ist Planung:“ - gefolgt von einer 4-Punkte-Liste.
Etwas mehr als eine Woche später stelle ich fest: Ich hatte Recht! Nun – ich gebe zu, auch das klingt schon wieder nach Selbstbeweihräucherung.
Zur Erinnerung nochmal die Punkteliste.

  1. Ziele setzen und regelmäßig prüfen (kurz-, mittel-, langfristig)
  2. Prioritäten setzen
  3. Zeitplan erstellen (kurz-, mittel-, langfristig)
  4. Aktiv werden

1.  Ziele setzen und regelmäßig prüfen

Mit Zielen arbeite ich schon sehr, sehr lange. Die meisten davon habe ich mehr oder weniger konsequent verfolgt und erreicht. Ich bin zufrieden.
Wer mein Buch kennt, weiß aber, dass vieles nicht auf die Art, oder auf dem Weg gekommen ist, wie ich mir das gewünscht hatte, sondern sich das Endergebnis teilweise auf sehr schwierigen (Um)Wegen eingestellt hat.

Was lief falsch?

Zwar hatte ich meine Ziele formuliert und auch aufgeschrieben, aber mich dann nie präzise damit beschäftigt. Sie waren irgendwo auf einem Zettel notiert und irgendwie in meinen Gedanken immer dabei, aber mit der Zeit blieb eben nur noch das Bild vom Gipfelkreuz. Ich beschäftigte mich nicht mit dem Weg dahin und führte keine Kontrollen durch.
Meine aktuellen Ziele habe ich wieder notiert. In einem Notizbuch. Mit Bleistift! In diesem Buch steht aber mehr als nur die Ziele. Darin notiere ich mir Pläne, Ideen, Checklisten, Sprüche, ... einfach alles, was mich bei der Erreichung und Umsetzung unterstützt.

Täglich lesen

Das Wichtigste ist nun, dieses Büchlein täglich zu lesen. Die Inhalte zu überprüfen und wenn nötig, Korrekturen und Anpassungen vorzunehmen, z.B. wenn Zeitpläne auf Grund von Änderungen im Umfeld angepasst werden müssen. Deshalb auch alles mit Bleistift. Die Notizen sind leichter anzupassen.

2. Prioritäten setzen

Jemand hat mir gesagt, dass die Prioritäten als erstes festgelegt und erst danach die Ziele definiert werden müssten.
Dem kann ich nicht zustimmen. Was ich erreichen möchte, ist für mich nicht von irgendwelchen Umständen oder Prioritäten.
Erst wenn ich unvoreingenommen all das zusammengeschrieben habe, was ich in meinem Leben haben möchte, entscheide ich, welches der Ziele mir wichtiger ist. Erst jetzt kommen Prioritäten ins Spiel. Sie sind entscheidend für die Reihenfolge bzw. das Maß an Energie, das in die Erreichung der Ziele fließen muss.
Die Ziele eines Familienvaters könnten sein:

  1. neues Handy
  2. neuer Fernseher
  3. Zeit mit den Kindern und Freunden
  4. größeres Auto
  5. größere Wohnung, eigenes Haus
  6. Urlaub
  7. Kredit zurückzahlen
  8. Besuch in Disneyland
  9. mehr Sport – 8 kg abnehmen
  10. mehr Lesen
  11. besser bezahlte Arbeit (zusätzl. Einkommen) finden

Zeit mit der Familie oberste Priorität?

Viele haben Zeit mit der Familie an oberster Stelle in ihrem Leben stehen. Das ist so lange in Ordnung, solange alles andere in trockenen Tüchern ist.
Wenn nun die Priorität auf der Zeit mit der Familie liegt, wie würde dann die Reihenfolge der Ziele wahrscheinlich aussehen.

  1. Zeit mit den Kindern und Freunden
  2. mehr Sport (mit der Familie)
  3. größeres Auto (um Ausflüge machen zu können)
  4. Urlaub (gemeinsame Zeit)
  5. Besuch in Disneyland (gemeinsame Zeit)
  6. neues Handy (um stets für die Kinder erreichbar zu sein)
  7. mehr (vor)lesen
  8. Fernseher (gemeinsam Filme ansehen)
  9. besser bezahlte Arbeit (zusätzl. Einkommen) finden
  10. Kredit zurückzahlen
  11. größere Wohnung/Haus

Wenn die Familie jedoch bis über beide Ohren verschuldet ist und kaum noch weiß, woher das Geld für die nächste Miete kommen soll, muss die Priorität die Erhöhung des Einkommens und die Tilgung der Schulden sein. Wie sollte da die Reihenfolge der Ziele, meiner Meinung nach, aussehen?

Sicherheit und Glück der Familie oberste Priorität!

  1. mehr Sport (mit der Familie) – die Gesundheit ist das allerwichtigste – sie sollte immer ganz oben stehen.
  2. besser bezahlte Arbeit (zusätzl. Einkommen) finden – klar oder?
  3. Wohnungsmiete sicherstellen - wenn die Wohnung nicht gehalten werden kann, fangen die Probleme erst an.
  4. Kredit zurückzahlen – die Hauptursache der meisten Probleme schnellstens eliminieren.
  5. Zeit mit den Kindern und Freunden – halbe Stunde täglich ist immer möglich, oder ein paar Stunden am Wochenende
  6. mehr Lesen – motiviert, bringt Ideen, dient der Erholung
  7. Handy - wenn er’s tatsächlich für die Arbeit benötigt
  8. Urlaub (irgendwo günstig) – statt drei Wochen Karibik ein verlängertes Wochenende auf einer Selbstversorgerhütte
  9. eigene Wohnung/Haus – wenn der Kredit weg und finanzielles Polster vorhanden sind
  10. Disneyland – Kinder sind in Wahrheit mit viel weniger glücklich
  11. größeres Auto – wenn alles andere passt
  12. Fernseher – ersatzlos streichen

Prioritäten dürfen die Wahl der Ziele nicht einschränken, denn die mögliche Erfüllung unserer Wünsche und das Erreichen von Zielen macht uns glücklich und zufrieden. Erst im zweiten Schritt beeinflussen die Prioritäten die Reihenfolge und das Maß an Energie, das in die Erreichung gesteckt wird.

Daraus resultiert nun die Planung:

3.  Der Plan

In den letzten 35 Jahren habe ich gefühlte 1000 Zeitpläne erstellt. Meist habe ich dabei den Fehler gemacht zuviel für zu lange Zeiträume zu planen. Selbstverständlich habe ich mich an die Richtlinie der kurz-, mittel- und langfristigen Planung gehalten! Was ich meine ist, ich habe die Tage, Wochen, Monate, Jahre, ... vollständig durchgeplant. Ist dann an einem Tag oder in einer Woche etwas nicht so gelaufen, wie eben geplant, fing die Aufholjagd an und die habe ich meistens verloren.

Ich persönlich bin zudem jemand, der seine Freiräume braucht. Zwei bis Drei Tage pro Woche muss ich vollkommen frei verfügbar haben. An diesen Tagen entscheide ich kurzfristig, ob ich Termine wahrnehme, Aufgaben erledige oder einfach den ganzen Tag lese. Meistens „arbeite“ ich dann doch „produktiv“, weil es wie im letzten Beitrag beschrieben, gar nicht mehr anders ging. Aber ich hatte die Wahl und mich frei dafür entschieden. Eine rein psychologische Macke. Freiheit ist mir unheimlich wichtig!

In den letzten Monaten hatte ich jedoch mehr und mehr das Problem, dass ich meine Schreiberei nicht untergebracht habe. Die wenigen Freiräume, die sich mir boten, wollten mit Sport und/oder (meistens oder) anderen Dingen ausgefüllt werden. Da sich diese Freiräume oft auch erst nach 20 Uhr auftaten, hatte ich selten soviel Kreativität aufgespart, dass sinnvolle Kapitel auf dem Papier gelandet sind. Alles in allem – glücklich aber unzufrieden.

4. Die Konsequenz – der Rest des Alphabets

Einige meiner aktuellen Ziele (abstrakt formuliert):     Meine Prioritäten
  • 1 Buch/Roman pro Jahr
  • Gesund werden/bleiben
  • lesen
  • ...
  • ...
  • Gesundheit
  • Schreiben
  • ...
  • ...

Lösungen

Plan erstellen, ausprobieren, optimieren, Routinen entwickeln

Bewegung/Schreiben

Aktuell stehe ich täglich um 4:30 auf und bewege mich 20 min an der frischen Luft. Dunkelheit (Stirnlampe), Wetter (Regenschutz, passende Kleidung und Schuhwerk) sind keine Hindernisse (sondern Ausreden). Danach meditiere ich und nach duschen, etc., sitze ich etwa 5:45 am Schreibtisch und lese in meinem Notizbuch (Ziele). Danach arbeite ich ein- bis eineinhalb Stunden am Roman, ... Frühstück, Tagesziele, Tagesplan, ...

Die ersten zwei/drei Tage habe ich für den Ablauf eine gute Stunde länger gebraucht. Mit ein paar Korrekturen, Anpassungen und etwas Routine bringe ich nun alles ohne Eile unter einen Hut. Im Gegenteil, so gemütlich habe ich meine Tage selten zuvor begonnen.

Es ist zudem ein geiles Gefühl, bereits vor dem Frühstück zwei Tagesziele abhaken zu können!

Lesen

Ich habe mir Audible auf meinem Handy installiert und zwei Hörbücher bei Amazon gekauft. Wann immer ich im Auto sitze, kann ich diese Bücher laufen lassen.
Am Abend lege ich mich um halb zehn/zehn zufrieden ins Bett, lese noch eine halbe Stunde in einem Buch oder am Kindle und schlafe so gut, wie selten zuvor.
Den Rest des Tages verplane ich nach Bedarf.
Was ich berücksichtigen muss, ist, nicht zu spät, zu schwer zu essen, was wiederum das Gesundheitsthema unterstützt.

Nächster Schritt

Da die Morgenstunden für den Roman reserviert sind, muss ich während der Woche noch Blöcke für die Schreiberei an den Blogs bzw. anderen Texten reservieren. Da ich an einem Beitrag wie diesem gute drei Stunden sitze, muss ich noch ein paar Tests durchführen, bevor ich eine konkrete Planung erstellen kann. Mehr dazu also später ...

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2 Kommentar(e) zum Artikel "Konsequenzen des Wünschens"

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Thomas Gutsjahr

Dieser Artikel, ist recht Interessant, aber ich hatte bisher das Problem so einen Zeitplan einzuhalten, vielleicht ist das auch der Grund das mein Leben nicht so verlaufen ist, wie ich es gerne wollte. Aber mit diesen Tipps könnte es sogar mir gelingen, in meiner beruflichen Neuorientierung weiter zu kommen.


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Engelbert Krapf

Hallo Thomas

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die du beachten kannst, damit es leichter klappt:

- Mach dir erstmal nur einen Plan für das eine Ziel, das oberste Priorität bekommt.

- Nimm dir Anfangs nur 1 - 2 Todos/Aufgaben ... wie auch immer du das nennst pro Woche vor

- Nur kleine Schritte - nicht zuviel auf einmal

- Mach weiter, auch wenn mal eine oder zwei Wochen schief gehen.

Nur wenn du aufhörst, dein(e) Ziel(e) zu verfolgen, ist es wirklich vorbei!

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